Samstag, 2. September 2017

Sommer - Sonne - Grillparty





Das war wieder mal richtig toll - unsere Grillparty. Wir hatten knapp 30 Besucher - regnen hätte es nicht dürfen, dann wär's ein Platzproblem geworden. Aber da wir ja alles Engel sind wurden wir mit schönem Sommerwetter verwöhnt. Es gab gutes Essen, reichlich zu trinken und lustige Kurzgeschichten, viele nette Gespräche, viel zu Lachen - es stimmte einfach alles.




Kleine Kostprobe unserer Geschichten zum Vorlesen:

Der Stuhl

Neulich war ich wirklich krank,
saß herum auf meiner Ofenbank,
war schlapp und matt - kein Appetit,
auch schmeckte mir das Essen nicht.
Ich schleppte mich zum Doktor rauf
und dacht, der schreibt mir bestimmt was auf.
"Wo fehlt es ihnen, gute Frau,
sagen sie's mir ganz genau!"
"Ach, Herr Doktor, wie soll ich's sagen,
ich muss halt über alles klagen.
Am schlimmsten ist's in meinem Bauch,
es drück der Magen - der Darm zwickt auch."
Der Doktor sagt: "Ist's ein Gewühl?
Dann brauch ich morgen ihren Stuhl
Den muss ich est sehen, dann kann ich sagen,
was da nicht stimmt mit ihrem Magen."
Ich trab nach Haus - denk vor mich hin,
was bringste blos fürn Stuhl dahin?
Bei einem fehlt die Farbe und das Kissen,
beim andern ist der Stoff verschlissen.
Und damit durch unser Dorf - was denken die Leut'!
Ganz vornehme Stühle hamm'se doch heut!
Ich werd mir vom Nachbarn einen borgen,
der hat ganz neue - und weg warn meine Sorgen.
Am nächsten Morgen, so gegen Acht,
hab ich mit mit dem Stuhl auf den Weg gemacht.
Der Doktor guckt, als ob ich nicht dicht.
"Ihren Stuhl brauch ich, verstehen sie nicht?"
Ich denk "Jetzt haste dich blamiert,
der merkt so was gleich - studiert ist studiert.
So einen Stuhl - in unserem Haus,
das schließt der Doktor völlig aus.
Bin dann mit unserem alten Stuhl rauf,
der Doktor reißt die Augen auf,
er kreischt "Jetzt red ich deutsch mit dir,
nen alten Stuhl, den bringste mir?"
Ich denk, er schlägt mich auf die Backe,
als er schreit: "Ich brauch deine Kack!"
Hätt er denn das nicht gleich sagen könne,
lässt mich zweimal mit  nem Stuhl her rennen.
"Morgen, Herr Doktor, da mach ich es richtig!"
"Nicht Morgen", sagt er, "das ist nicht wichtig!
Wenn sie in drei Wochen wiederkommen wollen,
ich muss mich erst von ihnen erholen!"
"Gut, Herr Doktor, das sehe ich ein,
ich bring dann das Zeig in drei Wochen rein."
Die drei Wochen warn um, ich raffte mich auf.
"Vater", sagt ich "heut gehste mit zum Doktor rauf.
Es ist zu viel - pack mal mit an.
Ich trag die 2 Einer und du die Wann!!!"

Mittwoch, 26. Juli 2017

Buchlesung mit Astrid Lose

13 Teilnehmer verfolgten am 26.07.17 die Ausführungen der Autorin Astrid Lose zu ihrem Roman "Mein Lebenskampf".

Der Roman erscheint erstmals 2017 und wurde von Astrid und Wolfgang Lose herausgegeben. Das Taschenbuch umfasst 220 Seiten und ist unter ISBN 978-3-00-056356-0 gelistet.

Astrid Lose wurde 1939 im damaligen Karl-Marx-Stadt geboren und lebte später unter anderem in Döbeln und Marbach, lernte in Burgstädt und studierte in Karl-Marx-Stadt. Sie lebte viele Jahre mit ihrem Mann Wolfgang in Sörnzig, beide verbringen jetzt ihren Lebensabend in Rochlitz.

Die Autorin schrieb lange Zeit für die örtliche Presse und veröffentlichte weitere Bücher: das Kinderbuch "Kleiner Teddy sucht eine Mama", "Geheimnisse aus dem Land des roten Porphyr" mit Sagen aus der Region. Demnächst erscheint ein weiteres Kinderbuch mit dem Titel "Der purpurrote Kongo" in dem die Abenteuerreise eines Papagei beschrieben wird.

Aber nun zum Buch selbst.

Astrid Lose, im Buch Asta, beschreibt anschaulich ihre schweren Kindertage. Ihre leibliche Mutter gab sie einfach in eine, allerdings schlechte, Pflegestelle. Durch glückliche Umstände kommt das kleine Kind dann doch noch in eine neue Familie, zu einer neuen Mutter, die sie auch als solche bezeichnet. Zitat aus dem Vorwort: "Eine Mutter ist nicht immer diejenige, die einem Kind das Leben schenkt. Nein, es ist sie, die Einzige, die Entbehrungen auf sich nimmt und aufopferungsvoll einem kleinen Menschenkind hilft, ein nützliches Mitglied der Gesellschaft zu werden."

Immer in der Hoffnung auf eine glückliche Wende ihres Lebens und auf liebe Menschen muss sie viel Leid erfahren. Anschaulich beschreibt die Autorin ihr Leben von H wie Hitler über H wie Honecker zum H wie Heute.

Es ist ein sehr berührendes Buch, manchmal macht es beim lesen traurig und manchmal regt es zum schmunzeln an. Einmal mit lesen begonnen, kann man es nicht zur Seite legen. Sicherlich ist es nicht jedermanns Geschmack, derartige Geschichten zu lesen. Ich persönlich fand es interessant, waren mir doch selbst viele Ereignisse noch recht bekannt.