Montag, 10. Juni 2013

Die Zauberflöte


Gut gelaunt und voller Erwartung stiegen wir am Sonntag, dem 09. Juni 2013, in den Bus Richtung Dresden. 7 Mitglieder unserer Ortsgruppe folgten der Einladung des Regionalverbandes zum Besuch der StaatsoperetteDresden, um dort gemeinsam mit anderen Teilnehmern Wolfang Amadé Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ zu hören und zu sehen.


Schade, dass so wenig Teilnehmer aus dem Mittweidaer Ortsgruppenbereich teilnahmen. Eigentlich war diese Tour speziell für diesen Bereich geplant. Ich möchte an dieser Stelle denen, die nicht teilnahmen, sagen: „Ihr habt wirklich etwas verpasst!“. 





Aber nun zum eigentlichen Geschehen. Im ersten Aufzug konnten wir erleben, wie Prinz Tamino sich in das Land der Königin der Nacht verirrte, auf den Vogelfänger Papageno trifft und von den drei Damen der Königin in deren Auftrag mit der Rettung ihrer Tochter Pamina, in die er sich anhand eines Portraits unsterblich verliebte, beauftragt wird. Die drei Damen überreichen Tamino eine Zauberflöte und Papageno ein magisches Klockenspiel, die vor allen Gefahren schützen sollen. Pamina befindet sich derweil als Gefangene auf Sarastros Burg, versucht zu fliehen, wird aber vom Mohren Monostatos wieder eingefangen. Am Ende des ersten Aufzuges, nach gegenseitiger Suche der beiden Liebenden, begleitet von Klängen aus Taminos Zauberflöte und Papagenos Panflöte, und anschließender Gefangennahme erscheint der Priester Sarastros, der anweist, dass Tamino, Papageno und Pamina in den Tempel der Prüfung geführt werden.

Im zweiten Aufzug müssen sich Tamino und Pamina den Prüfungen der Eingeweihten unterziehen. Die erste Prüfung, das Schweigegelübde für Tamino und Papageno war nicht einfach zu bestehen. Vor allem Papageno hatte seine liebe Not damit. Doch die Aussicht auf eine Frau überzeugte ihn letztendlich. Die Königin der Nacht hatte sich inzwischen Zutritt zum Tempel verschafft und verfolgte Mordpläne gegen Sarastro, um ihm den „Siebenfachen Sonnenkreis“ und damit die Quelle der Macht zu entreißen. Während der zweiten Prüfung, das Schweigegelübde galt noch immer, wurde Pamina von den Klängen Taminos Zauberflöte herbeigerufen. Da er nicht spricht, fühlt sie sich nicht mehr geliebt und möchte sterben. Papageno indessen macht Bekanntschaft mit einer alten Frau, die behauptet erst 18 Jahre zu sein und einen Liebhaber namens Papageno zu haben. Sie entlockt ihm ein Heiratsversprechen und als er zustimmte verwandelt sich die hässliche Alte in die hübsche Papagena, wird jedoch durch die Priester sofort wieder von Papageno getrennt.
Während der dritten Prüfung, die Tamino mit Hilfe der Zauberflöte besteht, müssen sich die Liebenden einer Feuer- und Wasserprobe unterziehen. Anschließend ziehen sie in den Tempel der Isis ein. Papageno, der vergeblich nach seiner Papagena suchte, fasst den Entschluss, sich umzubringen. Er unternimmt auf Anraten der drei Knaben jedoch noch den Versuch, Papagena mit Hilfe seines Glockenspiels herbeizulocken. Am Ende liegen sich Papageno und Papagena auch in den Armen.

Ein Besuch der Staatsoperette Dresden ist sehr zu empfehlen. Danke auch dahin für die freundliche Unterstützung bei der Bilderwahl. Danke unserer Reiseleiterin Eva Beckmann fürs organisieren und die Betreuung während der Fahrt. Das wird auf alle Fälle für uns nicht die letzte gemeinsame Fahrt gewesen sein.

Fotos: Pressearchiv Staatsoperette Dresden (Stephan Floß, Kai-Uwe Schulte-Bunert)

Donnerstag, 6. Juni 2013

Wo Kräuter auf Hexen treffen


Ja, wo Kräuter auf Hexen treffen gibt es Kräuterhexentreffen. So bei uns am 31. Mai 2013.

17 Hexen in Bestform - sprich: unheimlich neugierig, was da auf sie zukommt. Wir hatten als Treffpunkt unseren Speisehof Nowack ausgesucht.

Unsere Apothekerin, Frau Hellbach, gab zu Beginn wieder eine kleine Einführung in die Kräuterkunde.



Man konnte einzelne Kräuter betrachten, probieren und riechen.



 
Frau Hellbach hatte sich wieder selbst übertroffen. So viele Pflanzen hatte sie mit, dass jeder  die Gelegenheit hatte, sich eingehend mit diesen zu befassen.












Und dann kam der Hauptteil der Veranstaltung - das Ausprobieren von Kräuterrezepten.






















Alle waren gut vorbereitet und ausgerüstet. Dank der Gruppeneinteilung durch Alice Hesselbarth stand sich niemand im Weg und jeder hatte die Möglichkeit, sich in die Verarbeitung der Zutaten einzubringen.



Das Ergebnis konnte sich sehen lassen und hat bei der anschließenden Verkostung große Zustimmung gefunden. Eigentlich wollten wir ja noch was mit nach Hause nehmen, aber fast alles wurde an Ort und Stelle weggeputzt. Es schmeckte aber auch zu gut.


Auf alle Fälle werden wir das wiederholen, war die einhellige Meinung am Ende der Veranstaltung.

Mein persönlicher Favorit war folgendes Rezept:

Gänseblümchen - Käse - Brotaufstrich

Zutaten:
60 g Doppelrahmfrischkäse
20 g Crème fraîche
Knoblauch (frisch gepresst oder Pulver)
Salz und Pfeffer
1 Prise Zucker
20 Köpfe Gänseblümchen, gewaschen und fein gehackt
1 ml Limettensaft

Zubereitung:
Alle Zutaten, bis auf die Gänseblümchen, gut durchixen. Die Gänseblümchen unterheben. 2 Stunden ziehen lassen und abschmecken mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer.


Ganz herzlich bedanken möchten wir uns bei Apothekerin Christine Hellbach von der Sonnen-Apotheke Mittweida für die super Gestaltung der Veranstaltung. Und natürlich gilt auch unser ganz besonderer Dank Isolde Nowack vom Getränke- und Speisehof Nowak in Frankenau, die es uns ermöglichte, ihren Speiseraum in eine Kräuterküche zu verwandeln.










Donnerstag, 23. Mai 2013

725 Jahre Frankenau - wir feiern!




Langsam naht das große Ereignis, an dem wir nun schon über ein Jahr arbeiten. Die Vorbereitungen unserer 725-Jahr-Feier sind fast abgeschlossen. Zur Zeit ist Endspurt und alle Mitglieder des Festkomitees und der Arbeitsgruppe Festumzug sind täglich im Einsatz, um die letzten organisatorischen Aufgaben zu erledigen. Und immer die bangen Fragen "Klappt alles, spielt das Wetter mit ........?". 

100 Prozent Perfektion werden wir nicht erreichen - aber schließlich organisiert man ein solches Ereignis mit diesem Ausmaß im Ort nicht jedes Jahr. Alle haben ihr Bestes gegeben, um die Feierlichkeiten zu einem großen Erlebnis werden zu lassen. Viele haben sich bereit erklärt, uns zu unterstützen, beim Fest und beim Festumzug. Das hat uns sehr gefreut, ist es doch auch das Fest unserer Bürger hier im Ort.

Ein großes Erlebnis wird unser Festumzug am Sonntag, dem 23. Juni 2013. 


Etwa 500 Personen, 31 Pferde, teilweise auch mit Gespannen, und ca. 50 Fahrzeuge gestalten unseren Festumzug, der die Geschichte unseres Ortes nachstellen soll. So gibt es nach dem Eröffnungsbild einen kleinen Einblick in die historische Entwicklung. Anschließend folgen Bilder zur Kirche in Frankenau. Im Komplex „Kriege mahnen“ erinnern wir an das Leid, das auch unser Ort in Kriegszeiten erfuhr. Unsere örtlichen Handwerksbetriebe, Schule und Kindergarten, Handel und Gewerbe präsentieren sich im Festumzug ebenso wie die Feuerwehr, die örtlichen Vereine und die Landwirtschaft. 


Neben den vielfältigen Programmteilen während der Festtage wird auch im Eingangsbereich der Sporthalle eine Fotoausstellung mit alten und neuen Motiven von Frankenau zu sehen sein.


Insgesamt soll unser Fest Dorfgemeinschaft, Brauchtum, Heimatverbundenheit und ländliches Leben widerspiegeln.

Wir freuen uns auf viele Gäste, die mit uns gemeinsam feiern. 


Mittwoch, 8. Mai 2013

Theeeeoooooo, wir fahr'n nach ...........................Most (Brüx)

Dienstag, 07. Mai 2013, 05:00 Uhr - mein Wecker klingelt. "Oh nein" denke ich, "nur 4 Stunden Schlaf gehabt, wie will ich über den Tag kommen". Egal, aufstehen, frisch machen, Kaffee aufsetzen - aber die Augen wollen gar nicht so recht aufgehen. 

Der beste Ehemann der Welt wurde als Taxifahrer verdonnert, auch ihm fiel das frühe aufstehen nicht ganz so leicht. Gemeinsames angähnen und los ging's - Alice Hesselbarth noch abgeholt - ab Richtung Busbahnhof Mittweida. Dort warteten schon Ingetraud Weber und die Damen aus der Erlauer Ortsgruppe. Dann ging's los mit Busunternehmen Klietsch zu den anderen Zustiegen, Flöha, Oederan und Freiberg.



Wir hatten allesamt eine Einladung des Volkssolidarität Regionalverbandes Freiberg e.V. zur Auszeichnungs- und Dankeschönveranstaltung in Most. Organisiert wurde der Tag durch die Caritas Most, mit der seit über 5 Jahren eine grenzübergreifende Zusammenarbeit auf den Gebieten der Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit, der Einbindung von Interessengruppen, dem Kennenlernen des Kulturerbes beider Länder sowie fachlicher Erfahrungsaustausch im sozialen und pflegerischen Bereich stattfindet. 

Die offizielle Begrüßung fand im Familienklub "Rosmarinchen", der durch die Caritas Most geführt wird, statt. Betreut werden dort Kinder von sozial benachteiligten Bürgern. Die Kinder hatten ein kleines Programm einstudiert und überreichten uns anschließend eine Rose und ein kleines selbst gebasteltes Geschenk.

Den geplanten Stadtrundgang ließen wir ausfallen, das Wetter meinte es nicht so gut mit uns. Deshalb war die nächste Station die Besichtigung der versetzten Dekanalkirche "Mariä Himmelsfahrt" und des Kirchenareals. Der im Jahr 1517 begonnene Kirchenbau musste 1975 dem Kohlebergbau weichen. Im Jahr 1964 wurde festgelegt, die historische Stadt Most wegen dem Kohlebergbau
abzureißen. Auf Druck der Öffentlichkeit beschloss die tschechische Regierung jedoch, die Kirche zu erhalten und sie um 841 Meter zu versetzen. Wir konnten uns dieses Ereignis in einem Film ansehen - sensationell.


Ab 14:00 Uhr fanden dann die Auszeichnungen und das festliche Mittagsmenü mit böhmischer Küche im Rittersaal der Burg Hněvin (Burg Landeswart) statt. Ausgezeichnet wurden 7 Ehrenamtliche durch Herrn Wagler, Vorsitzender des Regionalverbandes, und Frau Gronwaldt, Geschäftsführerin. Ich bin vor Schreck zusammengezuckt und wohl auch einen Kopf kleiner geworden als plötzlich mein Name fiel. Na ja, ich bin ja nicht so für diese Öffentlichkeit, ich glaub, wenn ich es vorher gewusst hätte wär ich sicher gar nicht mitgefahren. Aber nun war ich da, was sollt ich machen. Unter den Tisch verstecken ging ja auch nicht. Also hab ich einigermaßen gefasst meine Urkunde für Anerkennung und Würdigung ehrenamtlicher Tätigkeit in der Volkssolidarität entgegen genommen. 

Fotografisch festgehalten hat den ganzen Akt der Auszeichnung Hans-Rudolf Beckmann. Und dann passierte es, auch er wurde aufgerufen. Ich glaub, ihm ging es ähnlich wie mir. Er war genau so überrascht. Sein Kommentar: "So, wenn ich da jetzt vortreten muss habt ihr keinen Fotografen mehr!" Man sollte nicht glauben, wie schnell sich einer zur Verfügung stellte. 

Anschließend wurde aufgetafelt. "Endlich Kneedeln, die gab es in Plsen ja nicht!", dachte ich. War wirklich lecker, das Essen - nur eben etwas spät, wir hatten ganz schön Hunger.

Nach der Besichtigung des Burggeländes ging es dann auch schon wieder zum Bus und in Richtung Osek (Ossegg).

Wir ehrten gemeinsam mit Frau Eva Cenkovicová, Direktorin der Regionalen Caritas Most, unsere Dolmetscherin, Frau Brigita Janovská und dem inzwischen pensionierte Bürgermeister  am Denkmal des Grubenunglückes vom 3. Januar 1934, bei dem 142 Bergleute bei einer Kohlenstaubexplosion auf der Grube Nelson III umkamen, die verstorbenen deutschen und tschechischen Bergarbeiter. 

Anschließend traten wir die Heimfahrt an - ich war ziemlich geschafft - ein langer Tag. Gegen 21:30 Uhr waren wir dann wieder zu Hause - vollgepackt mit vielen Erlebnissen und tschechischer Geschichte. 

Donnerstag, 25. April 2013

Einbrechern keine Chance

Wieder gezittert und gebangt, ob auch genügend Teilnehmer zum Vortrag kommen würden. Wir waren zufrieden. 22 Teilnehmer fanden sich zusammen, um gemeinsam dem Vortrag über sicheres Wohnen zuzuhören.

Als Referent hatten wir Herrn Naumann von der Polizeilichen Beratungsstelle der Polizeidirektion Chemnitz eingeladen.

Vorbei mit dem Irrtum Einbrecher kämen nur nachts. Wir wurden eines Besseren belehrt.

Sie kommen oft tagsüber, wenn üblicherweise niemand zu Hause ist, zu Schul-, Arbeits- und Einkaufszeit, am frühen Abend oder an den Wochenenden. Wir erfuhren, wie man mit mechanischen Sicherungseinrichtungen an Türen und Fenstern Einbrüche erschwert bzw. sogar verhindern kann.

Jedoch genau so wichtig sind solch einfache Dinge wie die Türen grundsätzlich zu verschließen, auch wenn man nur kurzzeitig die Wohnung verläßt. Auch gekippte Fenster sind eine Einladung für ungebetene Gäste.

Der Vortrag war sehr interessant und Herr Naumann hat selbst die für Frauen oftmals so unverständlichen technischen Sicherheitsfragen gut verständlich erklärt.

Zum Schluß bekamen alle Teilnehmer noch Informationsmaterial zum Thema sowie eine Broschüre mit Sicherheitstipps für Seniorinnen und Senioren.

Was haben Senioren der Volkssolidarität mit Japanern gemeinsam?


Wenn wir früher unterwegs waren, lachten wir immer über die japanischen Touristen. Es heißt ja immer, die machen ihre Sightseeingtouren im Schnelldurchlauf. Das liegt sicherlich daran, dass den Japanern nur wenig Urlaubszeit zur Verfügung steht und diese straff durchorganisiert wird, um in der begrenzten Zeit viel zu sehen. 

Wir kamen uns zum Frühlingstreffen Plzen 2013 auch etwas wie Japaner vor. Meinte eine ältere Dame zu mir: „Mir tun meine Beiiiiine weh, sooo viel zu laufen und sooo viel zu sehen!“ „Ja haben Sie sich denn das Programm vorher nicht angesehen?, frug ich. „Doch, das schon – aber ich hätte nicht gedacht, dass das so anstrengend ist.“ Na ja, überlegte ich, wir sind ja auch keine japanische Touristen sondern deutsche Senioren. Ausruhen kommt nach dem Urlaub.

Aber mal meine Reisebeschreibung von Anfang an! Gut organisiert war wieder die Anreise am 18. 04. 2013 nach Plsen. Wir hatten ja Glück, wurden am späten Vormittag mit dem Taxi nach Freiberg zum Bus gebracht. Freudige Überraschung, da standen an der Bushaltestelle auch einige Mitreisende, die wir von früheren Reisen kannten. Der Bus kam aus dem hohen Norden und war gut gefüllt. Ein angenehmes Reisen ist es schon mit Becker-Strelitz Reisen, dem Reiseklub für die Volkssolidarität. Öfter kleine Pausen zum Beine vertreten oder gewissen Bedürfnissen nachzugehen wie etwa einen Imbiss einnehmen usw.

In Plsen angekommen, waren wir angenehm überrascht vom Hotel "Primavera" . Ich hatte mich ja schon vorab im Internet informiert und war glücklich, dass das Hotel kostenlos Internetanschluss bot. Meine (Reise-)Welt war gerettet. Koffer fix ins Zimmer gestellt und erst einmal das Restaurant für’s Abendessen suchen. Über das Essen konnte man nicht meckern, es war zwar für sächsische Verhältnisse etwas ungewohnt, aber trotzdem nicht schlecht. Jedoch bin ich immer noch am überlegen, ob das nun richtige tschechische Küche war. Ich hatte da so eher an „Kneedeln“ gedacht, aber die gab es überhaupt nicht. Der Abend verlief ruhig. Koffer auspacken, Internetanschluss checken, Email’s lesen, nachsehen, was bei Facebook los ist und noch fix über WhatsApp den Kindern mitteilen, dass wir gut angekommen sind.


Freitag, 19.04.2013 – es war ein Halbtagsausflug mit Stadtbesichtigung von Plsen geplant. Da ich als Nachtmensch früh schlecht aufstehe stellte ich mir vorsichtshalber den Wecker auf 7:00 Uhr. Da kann man noch so gemütlich eine viertel Stunde im Bett dösen, dachte ich. Aber ich hatte nicht mit dem besten Ehemann der Welt gerechnet, der mich aus dem Bett stieß und meinte, ich würd immer so lange im Bad brauchen, ich soll mich mal gefälligst beeilen. Also beeilte ich mich. Wir haben es auch geschafft, vor 8:00 Uhr im Restaurant zum Frühstück zu sein. Oh je – Schlangenbildung am Frühstücksbuffet. Ich guck ihn (den besten Ehemann der Welt) an – er guckt mich an – beide schütteln wir mit dem Kopf und sind uns einig – morgen gehen wir später zum Frühstück.

Mit dem Bus fuhren wir in die Innenstadt von Plsen. Unsere Reiseleiterin führte uns zur Bartholomäus-Kathedrale mit dem höchsten Kirchturm Tschechiens, durch die Altstadt und zur zweitgrößten Synagoge Europas. Und dann – das Highlight des Tages – die Besichtigung der Pilsner Urquell Brauerei. Wir lernten u. a. etwas über die Geschichte des Pilsner Urquell Lagerbiers, seine Herstellung, erfuhren, dass derzeit 120.000 Flaschen pro Stunde abgefüllt werden. Und dann kam der krönende Abschluss – die Verkostung des unfiltirerten und nicht pasteurisierten Pilsner Urquell direkt vom Eichenholz-Lagerfass.

Auf dem Weg zum historischen Brauereikeller war es etwas feucht. Vor mir lief ein älteres Ehepaar, als plötzlich der ältere Herr ins Stolpern kam, ich geistesgegenwärtig meine Arme hinter ihm ausbreitete und ihn in selbige nahm. Seine Frau entschuldigte sich bei mir für ihn – er meinte jedoch „Das war aber nicht unangenehm!“. Na ja!

In Ermangelung eines großen Bechers für Bier haben wir uns zwei kleine einschenken lassen. Alles japanisch schnell getrunken und weiter, die nachfolgende Reisegruppe wartete schon.


Sonnabend – 20.04.2013 – Ausflug nach Pribram. Wir besuchten den heiligen Berg (Svatá Hora), der bekannteste und berühmteste Marienwallfahrtsort in Böhmen. Es handelt sich um eine typische barocke Anlage mit vier zu einem Rechteck zusammengeschlossenen Umgängen. In deren Mitte befindet sich die Marienkirche.

Seit über 330 Jahren bildet der Svatá Hora ein majestätisches Panorama über der alten Bergbaustadt Pribram, die unser nächstes Ziel war. Wir besuchten das Bergbaumuseum, wo uns die harte und gefahrvolle Arbeit der Bergleute näher gebracht wurde.




Dieser Stuhl ist kein SM-Relikt, wie man meinen könnt. Nein, es ist ein Stuhl, mit dem verletzte Bergleute gerettet wurden.

Während wir in Pribram waren, wurde am Abend erzählt, besuchten andere Reiseteilnehmer nochmals Plsen. Als Verkehrsmittel diente der Oberleitungsbus, der direkt bis in die Stadt hineinfuhr. Alles problemlos, so dachte man sich. Allerdings stellte sich die Rückfahrt problematischer dar. Da hatte doch glatt wer die Bushhaltestelle geklaut. An der Stelle, wo sie vorher war, war eine riesige Baustelle. Wie kommt man ins Hotel? Nun ja, es gab verschiedene Möglichkeiten. Ein Ehepaar wandt sich an die Policie (Polizei). „Folgen Sie mir!“ – hieß es da. Ein anderes Ehepaar wandt sich an Einheimische, die der deutschen Sprache mächtig waren – die hatten Glück, wurden mit dem PKW direkt zum Hotel gebracht. Aber eine ältere, allein reisende Dame lies sich nicht aus dem Konzept bringen. Schaute sich in aller Ruhe um und fand in einer Nebenstraße die richtige Haltestelle für den Bus zurück ins Hotel.

Irgendwann am Abend teilte mir mein Smartphone-Betreiber höflich mit, dass mein Day Pack EU verbraucht ist und ich jetzt gedrosselt surfen muss, es sei denn, ich nehme ein anderes Angebot zum ungedrosselten Surfen in Anspruch. Ok – dann eben gedrosselt – muss auch gehen.

Am Sonntag, dem 21.04.2013, wurde ein Ausflug in das böhmische Bäderdreieck geplant. Gleich zu Beginn wurden wir in die Karlsbader Kräuterlikörfabrik „Becherovka“ geführt. Ab jetzt kann sich jeder schon vorstellen, wie das endete – mit einer Verkostung. Ich habe natürlich alle 4 Sorten probiert: KV14, Cordial, Becherovka Lemond und Becherovka Original. Seltsamerweise verspürte ich gar keine Nebenwirkungen, die mich sonst immer bei Hochprozentigem befallen. Ich muss einen guten Tag gehabt haben. Am besten hat mir übrigens der Original geschmeckt.


Der anschließende Besuch der Glas- und Kristallmanufaktur „Moser“ hätte aus dem Programm gestichen werden können. Im Schnelldurchgang durch die Produktion und genau so schnell wieder aus den Verkaufsräumen heraus – die Preise waren nicht seniorengerecht. Zumindest für uns nicht.
Wir lernten noch Marienbad kennen und wurden dort mit einem Kaffeegedeck überrascht.

Am Abend erwartete uns das Brauereirestaurant „Na Spilce“ mit böhmischen Traditionen. Es gab böhmische Blasmusik. Hurvinek und Spejbl führten tiefschürfende Diskussionen, die für Lachsalven sorgten. Aber es gab wieder keine Kneedel.



Am letzten Tag unseres Aufenthaltes, 22.04.2013, lernten wir das Ende des 18. Jahrhunderts erbaute Schloss Kozel (zu deutsch Waldschloss), eines der meist besuchten Schlösser Westböhmens, kennen. Die Innendekoration war sehr interessant. Sie stammte vom Prager Maler und Dekorateur Antonin Tuvora. Er schmückte die meisten Räume mit der Al secco-Technik aus. Dabei wird die Malerei auf den trockenen und nicht wie bei al fresco auf den noch feuchten Putz aufgebracht.


Anschließend besichtigten wir die Sektkellerei Bohemia – wieder mit Verkostung, war ja klar.

Am Abend fand die Abschlussveranstaltung zum Frühlingstreffen mit Tanzmusik im Hotel statt.

Dienstag, 23.04.2013, Abfahrt nach Hause. Fröhliches Winken von und zu den VIP’s der Reise – Herrn Leu, Geschäftsführer Becker-Strelitz Reisen mit Gattin und Herrn Dr. Frank-Michael Pietzsch, Vizepräsident des Bundesvorstandes der Volkssolidarität und Vorsitzender der Volkssolidarität Landesverband Thüringen e.V. mit Gattin.

Danke an Marcel Walther und Busfahrer Klaus von Becker-Strelitz-Reisen und die beiden Reisebegleiterinnen Regina Hartmann und Annemarie Linse für die Betreuung während des Frühlingstreffens. Wir fahren gern mit euch.

Freitag, 12. April 2013

Leb wohl, liebe Roswitha!

Wir haben heute, am 12. April 2013, Roswitha Meyer die letzte Ehre erwiesen. Mir ist schwer ums Herz und es fällt mir nicht leicht, das hier zu schreiben.

Roswitha Meyer, geboren am 27.09.1950 - gestorben am 31.03.2013 - nein, das hast Du nicht verdient, so früh aus dem Leben zu scheiden.

Du warst mit Freude dabei, als es darum ging, unsere Volkssolidarität Ortsgruppe neu zu gründen. Hast dich gemeinsam mit Deinem Mann Peter jederzeit für unsere Belange ins Zeug geworfen, damit unser Vereinsleben interessant sein konnte. Gemeinsam mit den anderen Gründungsmitgliedern haben wir viel erreicht. Ich denke gern noch an so manche Episode zurück, wo wir gemeinsam um Teilnehmer gezittert, über lustige Begebenheiten gelacht aber auch dort wo es nötig war, geholfen haben.

Weißt du noch, Roswitha, als wir die Weihnachtsfeier mit Franziska Fischer hatten? Bis zur letzten Stunde haben wir gezittert, ob Franziska auch kommt. "Marina", hast du gesagt, "die Blamage, wenn die  Franziska nicht erscheint! Der Saal ist voll, die Leute voller Erwartung! Mir ist ganz schlecht - ich glaub, ich geh nach Hause.". Ich darauf: "Roswitha, Franzi hat zugesagt über EMail, sie wird da sein!". "Ich versteh nicht, wie du dabei so ruhig bleiben kannst!", meintest Du. Und Franzi war da - ich hörte richtig, wie bei dir die Steine vom Herz auf den Boden rumpelten. 

Um unsere Seniorenweihnachtsfeiern zu organisieren sind regelmäßig Spendengelder erforderlich. Wir sind halt nur eine kleine Ortsgruppe, das gibt es keine finanziellen Rücklagen, die das stemmen können. Du warst immer mit an erster Stelle, wenn es darum ging, dafür Spenden zu sammeln.

Roswitha, wir hatten immer gehofft, dein Gesundheitszustand könnte sich bessern. Du bist von einem Arzt zum anderen - aber keiner konnte dir so richtig helfen. Bis dann, als man dich zur Kur schickte, die tödliche Diagnose ALS gestellt wurde. Anfangs konnten wir uns noch einigermaßen verständigen - ich konnte dir von den Lippen ablesen, was du meintest. Doch die Krankheit schritt so schnell voran, dass auch das später nicht mehr möglich war. Dein Peter hat sich liebevoll um dich gekümmert - dem zolle ich hohen Respekt. Wir haben uns alle gewünscht, dass es sich zum Guten wendet. Aber dem sollte nicht sein.

Roswitha, ich möchte Dir noch mit auf deine letzte Reise geben, dass wir alle Dich in guter Erinnerung behalten werden. Wir wünschen Dir, dass du nun, befreit von Deinem Leid, in Frieden ruhen kannst. Meine Enkel haben immer zum Himmel zu den Wolken geschaut und gefragt, auf welcher Wolke Opa Herbert und Oma Lia sitzen und uns zuschauen. Vielleicht sitzt du ja jetzt auch da oben mit und wachst über deine Lieben und schaust, was wir hier so treiben - vielleicht ......