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Mittwoch, 8. Mai 2013

Theeeeoooooo, wir fahr'n nach ...........................Most (Brüx)

Dienstag, 07. Mai 2013, 05:00 Uhr - mein Wecker klingelt. "Oh nein" denke ich, "nur 4 Stunden Schlaf gehabt, wie will ich über den Tag kommen". Egal, aufstehen, frisch machen, Kaffee aufsetzen - aber die Augen wollen gar nicht so recht aufgehen. 

Der beste Ehemann der Welt wurde als Taxifahrer verdonnert, auch ihm fiel das frühe aufstehen nicht ganz so leicht. Gemeinsames angähnen und los ging's - Alice Hesselbarth noch abgeholt - ab Richtung Busbahnhof Mittweida. Dort warteten schon Ingetraud Weber und die Damen aus der Erlauer Ortsgruppe. Dann ging's los mit Busunternehmen Klietsch zu den anderen Zustiegen, Flöha, Oederan und Freiberg.



Wir hatten allesamt eine Einladung des Volkssolidarität Regionalverbandes Freiberg e.V. zur Auszeichnungs- und Dankeschönveranstaltung in Most. Organisiert wurde der Tag durch die Caritas Most, mit der seit über 5 Jahren eine grenzübergreifende Zusammenarbeit auf den Gebieten der Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit, der Einbindung von Interessengruppen, dem Kennenlernen des Kulturerbes beider Länder sowie fachlicher Erfahrungsaustausch im sozialen und pflegerischen Bereich stattfindet. 

Die offizielle Begrüßung fand im Familienklub "Rosmarinchen", der durch die Caritas Most geführt wird, statt. Betreut werden dort Kinder von sozial benachteiligten Bürgern. Die Kinder hatten ein kleines Programm einstudiert und überreichten uns anschließend eine Rose und ein kleines selbst gebasteltes Geschenk.

Den geplanten Stadtrundgang ließen wir ausfallen, das Wetter meinte es nicht so gut mit uns. Deshalb war die nächste Station die Besichtigung der versetzten Dekanalkirche "Mariä Himmelsfahrt" und des Kirchenareals. Der im Jahr 1517 begonnene Kirchenbau musste 1975 dem Kohlebergbau weichen. Im Jahr 1964 wurde festgelegt, die historische Stadt Most wegen dem Kohlebergbau
abzureißen. Auf Druck der Öffentlichkeit beschloss die tschechische Regierung jedoch, die Kirche zu erhalten und sie um 841 Meter zu versetzen. Wir konnten uns dieses Ereignis in einem Film ansehen - sensationell.


Ab 14:00 Uhr fanden dann die Auszeichnungen und das festliche Mittagsmenü mit böhmischer Küche im Rittersaal der Burg Hněvin (Burg Landeswart) statt. Ausgezeichnet wurden 7 Ehrenamtliche durch Herrn Wagler, Vorsitzender des Regionalverbandes, und Frau Gronwaldt, Geschäftsführerin. Ich bin vor Schreck zusammengezuckt und wohl auch einen Kopf kleiner geworden als plötzlich mein Name fiel. Na ja, ich bin ja nicht so für diese Öffentlichkeit, ich glaub, wenn ich es vorher gewusst hätte wär ich sicher gar nicht mitgefahren. Aber nun war ich da, was sollt ich machen. Unter den Tisch verstecken ging ja auch nicht. Also hab ich einigermaßen gefasst meine Urkunde für Anerkennung und Würdigung ehrenamtlicher Tätigkeit in der Volkssolidarität entgegen genommen. 

Fotografisch festgehalten hat den ganzen Akt der Auszeichnung Hans-Rudolf Beckmann. Und dann passierte es, auch er wurde aufgerufen. Ich glaub, ihm ging es ähnlich wie mir. Er war genau so überrascht. Sein Kommentar: "So, wenn ich da jetzt vortreten muss habt ihr keinen Fotografen mehr!" Man sollte nicht glauben, wie schnell sich einer zur Verfügung stellte. 

Anschließend wurde aufgetafelt. "Endlich Kneedeln, die gab es in Plsen ja nicht!", dachte ich. War wirklich lecker, das Essen - nur eben etwas spät, wir hatten ganz schön Hunger.

Nach der Besichtigung des Burggeländes ging es dann auch schon wieder zum Bus und in Richtung Osek (Ossegg).

Wir ehrten gemeinsam mit Frau Eva Cenkovicová, Direktorin der Regionalen Caritas Most, unsere Dolmetscherin, Frau Brigita Janovská und dem inzwischen pensionierte Bürgermeister  am Denkmal des Grubenunglückes vom 3. Januar 1934, bei dem 142 Bergleute bei einer Kohlenstaubexplosion auf der Grube Nelson III umkamen, die verstorbenen deutschen und tschechischen Bergarbeiter. 

Anschließend traten wir die Heimfahrt an - ich war ziemlich geschafft - ein langer Tag. Gegen 21:30 Uhr waren wir dann wieder zu Hause - vollgepackt mit vielen Erlebnissen und tschechischer Geschichte. 

Donnerstag, 14. Juni 2012

Als Dank nach Most

Am 24. Mai 2012 fand eine Dankeschön-Veranstaltung für Helfer in den Ortsgruppen der Volkssolidarität statt. Wir durften uns mit 4 Helfern unserer Ortsgruppe daran beteiligen. Die Geschäftsführerin des Volkssolidarität Regionalverbandes Freiberg e.V., Frau Eva Beckmann, organisierte und begleitete diese Fahrt.

Nach der Begrüßung führte uns eine sehr schöne Fahrt durch die Landschaft des Erzgebirges über Seiffen nach Most. In Most angekommen, wurden wir herzlich von einer Vertreterin der dortigen Caritas empfangen. Uns erwartete ein interessantes Programm. Bei einem kleinen Stadtrundgang wurden wir über Most informiert. Anschließend fuhren wir mit dem Bus in eine Kindereinrichtung der Caritas für sozial benachteiligte Kinder, den Kinderklub "Kleine Eule". Das war für alle Beteiligten ein sehr schönes Erlebnis. Die Kinder führten ein kleines Programm auf und hatten für die Reisegruppe gebastelt. Wir waren vom herzlichen Empfang mit Imbiss, Kaffee und Kuchen überwältigt.
Durch Frau Beckmann wurden der Leiterin Geschenke und die von uns zusammengetragene Spende übergeben. Die Freude der Kinder war nicht zu übersehen.
Anschließend besuchten wir die Dekanalkirche Mariä Himmelsfahrt. 1975 wurde diese Kirche vom ursprünglichen Standort im alten Most zu heutigen um 841,1 m verschoben.
Von da ging es auf die Burg Hnevin, wo der Tag mit einem festlichen böhmischen Mittagsessen im Rittersaal gekrönt wurde. Alle Anwesenden trugen sich in das Gästebuch der Caritas ein und besiegelten die fünfjährige Zusammenarbeit.
Der letzte Programmpunkt führte uns in den Ort Osek. Dieser Ort wurde im Jahr 1934 von einem großen Bergwerksunglück heimgesucht. 144 Bergleute kamen dabei im Schacht Nelson ums Leben. An der dortigen Gedenktafel legte Frau Beckmann mit dem Bürgermeister der Stadt ein Blumengebinde nieder als Zeichen der Verbundenheit.
Anschließend traten wir wieder die Heimreise an, ausgefüllt mit vielen Gedanken und Erlebnissen. Wir möchten uns bei allen, die dazu beitrugen, dass dieser Tag ein unvergessliches Erlebnis für uns alle war, recht herzlich bedanken.

(Roswitha Meyer)