Posts mit dem Label Bayreuth werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bayreuth werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 2. September 2015

Kottenheide 2015

5 Tage Naturparadies Kottenheide im Vogtland vom 26. bis 30. 08. 2015 stand in unserem Veranstaltungsplan. Und 8 Teilnehmer nutzen das Angebot des Hotels am Ahorn - ein Angebot, dass sich wieder sehen lassen konnte.

Am Anreisetag fuhren wir im komfortablen Reisebus von zu Hause direkt nach Kottenheide. Unser Busfahrer Peter war wieder sehr kompetent und begleitete uns die gesamte Zeit mit sach- und fachkundigen Erläuterungen zu Land und Leuten durch die gesamte Reisezeit.

In Kottenheide angekommen wurden wir am Dorfplatz durch den Chef des Hauses, Herrn Kautzsch, persönlich begrüßt. Damit aber auch die Einheimischen mitbekamen, dass wieder ein Bus mit Gästen da war, wurde auch die dort befindliche Glocke heftig geläutet. Herr Kautzsch meinte, dass sei erforderlich, damit die Einwohner des Ortes wüssten, dass jetzt wieder mehr Besucher im Ort weilen als Einwohner. Nach einem kleinen Begrüßungsschnaps wanderten wir bis zum Hotel, wo bereits das Mittagessen auf uns wartete - leckere Kartoffelsuppe. Der Rest des Tages stand fürs Koffer auspacken und Erkunden der Gegend zur Verfügung.

Am nächsten Tag wurden wir mit der täglichen Morgenpost des Hauses auf den Tag eingestimmt. Der Spruch des Tages war: "Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen (Albert Schweitzer)". Die Wettervorschau verhieß einen guten Tag und das Tagesprogramm lautete - Bayreuth mit Besichtigung der Eremitage. Zum Abschluss gab es noch den Witz des Tages: "Lehrer: Hitze dehnt aus, Kälte zieht zusammen. Wer kennt Beispiele? Fritz: Ja - Sommerferien dauern 6 Wochen, Weihanchtsferien nur 14 Tage"

Bayreuth - Eremitage - ein Geschenk von Markgraf Friedrich an seine Gemahlin Wilhelmine, die diese ab 1753 zu einer prachtvollen Sommerresidenz im Stil des späten Barocks erweiterte. Wir konnten die Wasserspiele bewundern, verbunden mit einer netten Geschichte über den Markgrafen, der wohl da auch unliebsame Gäste zum Gehen zwang, indem er sie völlig durchnässte. Das ist uns zum Glück erspart geblieben, weil wir genau gesagt bekamen, wohin wir uns stellen mussten. Anschließend konnten wir noch etwas Bayreuth unsicher machen.







Am 28.08. wurde uns mittels Morgenpost folgender Spruch des Tages mitgeteilt: "Der wahre Beruf des Menschen ist, zu sich selbst zu kommen (Hermann Hesse)" Die Wetterkarte zeigte ein paar Regentropfen, aber das sollte uns nicht stören. Auf dem Tagesplan stand die Burg Rabenstein in der fränkischen Schweiz mit Falknerschau. Am Abend war dann der Tanzabend mit Pavel Siegl geplant. Der Witz des Tages: "Fragt die Lehrerin: Nennt mir fünf Sachen, die Milch enthalten. Meldet sich Fritzchen und sagt: Fünf Kühe, Frau Lehrerin."

An der Burg angekommen wurden wir sofort zur Falknerschau geführt. Wir waren allesamt schwer begeistert von der Vorführung. Um Falkner zu werden muss man zunächst ein Jagdprüfungszeugnis und einen Falkner-Jagdschein erwerben. Man muss nachweisen, dass man den erforderlichen Platz für die Haltung eines Greifvogels hat, ihn verpflegen und trainieren und mit ihm jagen gehen kann. Uns wurde anschaulich gezeigt, wie Greifvögel trainiert werden und zugleich einiges über Herkunft und Jagdverhalten verschiedener Greifvögel vermittelt. Anschließend konnten wir nach einem reichlichen Mittagessen in der dortigen Gaststätte die Burg Rabenstein besichtigen, die heute als Hotelanlage dient. Die Geschichte der Burg reicht bis ins Jahr 1188 zurück, als der erste Bau unter Erschwin de Rabenstein, urkundlich als Ahnherr belegt. 1219 erfolgte die Übernahme durch die Schlüsselberger, die das Burggebäude ausbauten und erweiterten. 1349 übernahmen die Burggrafen von Nürnberg die Burg und das zugehörige Land. In der Folgezeit wurde die Burg mehrfach zerstört und wieder aufgebaut und 1495  durch Konz von Wirsberg in Steinbauweise errichtet. 1557 kehrten die Rabensteiner auf ihre Stammburg zurück und Daniel von Rabenstein errichtete 1570 eine Renaissance-Flügelanlage. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg fast vollständig zerstört und mit dem Tod von Peter Johann Albrecht im Jahre 1742 erlosch das Geschlecht der Rabensteiner im Ahorntal. Schließlich übernahmen die Grafen Schönborn das Rittergut Rabenstein und fügten im Jahre 1830 eine barocke Schlossanlage hinzu, in der Ludwig 1. König von Bayern mit seiner Gemahlin Theresie im selben Jahr zu Gast war. Die Burg verblieb mit ihren Ländereien bis 1975 im Besitz der Grafen von Schönborn. Die seit 1970 eingeleiteten Renovierungs- und Sanierungsaktivitäten wurden ab 2004 durch die Burg Rabenstein Event GmbH vollendet und die Burg wieder einer vielfältigen Nutzung zugeführt.

Am Abend dieses Tages fand dann der angekündigte Tanzabend statt, an dem fast alle Reiseteilnehmer teilnahmen. Der Abend klang feuchtfröhlich aus und einige hatten vom vielen Tanzen am nächsten Tag etwas Probleme, wobei ich bezweifle, ob die Ausrede "vom Tanzen" immer so stimmte.

Am 29.08. lautete der Spruch des Tages: "Ein Mensch kann viel ertragen, solange er sich selbst ertragen kann (Axel Munthe)". Die Wetterprognose war super und das Tagesprogramm sah eine Brauereibesichtigung im tschechischen Kynsperk (Königsberg) vor, selbstverständlich mit Verkostung, was auch sonst. Der Witz des Tages: "Beim Arbeitsamt zu arbeiten ist wirklich beschissen. Wenn du gefeuert wirst, musst du am nächsten Tag doch wieder hingehen."

So vorbereitet, reisten wir nach Königsberg und erfuhren beim Rundgang viele interessante Fakten zur Brauerei. Kaiser Rudolf II hat der Stadt Königsberg das Bierbraurecht im Jahre 1579 erteilt. Das Jahr 1595 wurde als Anfang des Briebrauens in Königsberg festgelegt. 1620 wurde auf dem Platz der alten Brauerei eine neue Brauerei mit Mälzerei aufgebaut. Infolge der Belokorskischen Beschlagnahme hat das Herrschergeschlecht von Metternich, das hier bis 1734 herrschte, das Vermögen von Königsberg einschl. Brauerei erhalten. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gehörte die Brauerei Königsberg zu einer der 10 größten Brauereien des Gebietes. Es wurden jährlich mehr als 1300 Hektoliter produziert. 1840 übernahm das Herrschergeschlecht von Hasenfesl bis zum Jahr 1945 die Brauerei. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Brauerei vergrößert und modernisiert. Die jährliche Kapazität war 10.000 Hektoliter. Durch diese Modernisierung hatten die umliegenden Brauereien ihre Daseinsberechtigung verloren und mussten schließen. In den Folgejahren nahm man weitere Modernisierungen vor, die Bierproduktion wurde auf 80.000 Hektoliter gesteigert. Während des 1. Weltkrieges verminderte sich die Bierproduktion auf das Zehntel der Rekordproduktion und entsprach am Ende der Zwanziger Jahre der der Vorkriegsproduktion. 1945 wurde die Brauerei nach der Befreiung eingezogen und 1947 in die Verwaltung von Gebiets- und Volksausschuss Sokolov als Regionalbrauerei übergeben. 1951 wurde beschlossen sie aufzuheben, so dass sie mit Ausnahme der Mälzerei geschlossen wurde. 2011 begann ein neues Kapitel der Brauerei, sie wurde von einer Gesellschaft übernommen und wird seit dem reorganisiert. Die Brauerei produziert heut 5.000 Hektoliter, es gibt ein Restaurant und es wird eine moderne Hotelanlage entstehen mit Wellness- und Relax-Zentrum.

Ach ja, Bierverkostung gab es auch und der Bus war auf der Heimfahrt nach einem Besuch im brauereieigenen Shop etwas schwerer.

Am nächsten Tag reisten wir dann wieder in die alte Heimat zurück, vollgestopft mit vielen schönen Eindrücken, Erinnerungen und Erlebnissen. Bei manchem wird nach der Rückkehr nach dem Blick auf die Wage das üppige Mahl am Morgen und am Abend inclusive Ahornbüfett, Kloßparade und Forellenessen und anderer Mittagsmahlzeiten für Ernüchterung sorgen. Aber egal, Hauptsache es war lecker - und das war es.

Ja, das war ja nun schon die zweite Reise nach Kottenheide und die Umfrage bei den Reiseteilnehmern der Ortsgruppen Erlau und Frankenau ergab, dass wir nächstes Jahr wieder hinfahren müssen. Das neue Programm liegt schon vor, zu gegebener Zeit wird es bekannt gegeben. Die Frankenauer Teilnehmer sind geschlossen wieder dabei.