Donnerstag, 23. Mai 2013

725 Jahre Frankenau - wir feiern!




Langsam naht das große Ereignis, an dem wir nun schon über ein Jahr arbeiten. Die Vorbereitungen unserer 725-Jahr-Feier sind fast abgeschlossen. Zur Zeit ist Endspurt und alle Mitglieder des Festkomitees und der Arbeitsgruppe Festumzug sind täglich im Einsatz, um die letzten organisatorischen Aufgaben zu erledigen. Und immer die bangen Fragen "Klappt alles, spielt das Wetter mit ........?". 

100 Prozent Perfektion werden wir nicht erreichen - aber schließlich organisiert man ein solches Ereignis mit diesem Ausmaß im Ort nicht jedes Jahr. Alle haben ihr Bestes gegeben, um die Feierlichkeiten zu einem großen Erlebnis werden zu lassen. Viele haben sich bereit erklärt, uns zu unterstützen, beim Fest und beim Festumzug. Das hat uns sehr gefreut, ist es doch auch das Fest unserer Bürger hier im Ort.

Ein großes Erlebnis wird unser Festumzug am Sonntag, dem 23. Juni 2013. 


Etwa 500 Personen, 31 Pferde, teilweise auch mit Gespannen, und ca. 50 Fahrzeuge gestalten unseren Festumzug, der die Geschichte unseres Ortes nachstellen soll. So gibt es nach dem Eröffnungsbild einen kleinen Einblick in die historische Entwicklung. Anschließend folgen Bilder zur Kirche in Frankenau. Im Komplex „Kriege mahnen“ erinnern wir an das Leid, das auch unser Ort in Kriegszeiten erfuhr. Unsere örtlichen Handwerksbetriebe, Schule und Kindergarten, Handel und Gewerbe präsentieren sich im Festumzug ebenso wie die Feuerwehr, die örtlichen Vereine und die Landwirtschaft. 


Neben den vielfältigen Programmteilen während der Festtage wird auch im Eingangsbereich der Sporthalle eine Fotoausstellung mit alten und neuen Motiven von Frankenau zu sehen sein.


Insgesamt soll unser Fest Dorfgemeinschaft, Brauchtum, Heimatverbundenheit und ländliches Leben widerspiegeln.

Wir freuen uns auf viele Gäste, die mit uns gemeinsam feiern. 


Mittwoch, 8. Mai 2013

Theeeeoooooo, wir fahr'n nach ...........................Most (Brüx)

Dienstag, 07. Mai 2013, 05:00 Uhr - mein Wecker klingelt. "Oh nein" denke ich, "nur 4 Stunden Schlaf gehabt, wie will ich über den Tag kommen". Egal, aufstehen, frisch machen, Kaffee aufsetzen - aber die Augen wollen gar nicht so recht aufgehen. 

Der beste Ehemann der Welt wurde als Taxifahrer verdonnert, auch ihm fiel das frühe aufstehen nicht ganz so leicht. Gemeinsames angähnen und los ging's - Alice Hesselbarth noch abgeholt - ab Richtung Busbahnhof Mittweida. Dort warteten schon Ingetraud Weber und die Damen aus der Erlauer Ortsgruppe. Dann ging's los mit Busunternehmen Klietsch zu den anderen Zustiegen, Flöha, Oederan und Freiberg.



Wir hatten allesamt eine Einladung des Volkssolidarität Regionalverbandes Freiberg e.V. zur Auszeichnungs- und Dankeschönveranstaltung in Most. Organisiert wurde der Tag durch die Caritas Most, mit der seit über 5 Jahren eine grenzübergreifende Zusammenarbeit auf den Gebieten der Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit, der Einbindung von Interessengruppen, dem Kennenlernen des Kulturerbes beider Länder sowie fachlicher Erfahrungsaustausch im sozialen und pflegerischen Bereich stattfindet. 

Die offizielle Begrüßung fand im Familienklub "Rosmarinchen", der durch die Caritas Most geführt wird, statt. Betreut werden dort Kinder von sozial benachteiligten Bürgern. Die Kinder hatten ein kleines Programm einstudiert und überreichten uns anschließend eine Rose und ein kleines selbst gebasteltes Geschenk.

Den geplanten Stadtrundgang ließen wir ausfallen, das Wetter meinte es nicht so gut mit uns. Deshalb war die nächste Station die Besichtigung der versetzten Dekanalkirche "Mariä Himmelsfahrt" und des Kirchenareals. Der im Jahr 1517 begonnene Kirchenbau musste 1975 dem Kohlebergbau weichen. Im Jahr 1964 wurde festgelegt, die historische Stadt Most wegen dem Kohlebergbau
abzureißen. Auf Druck der Öffentlichkeit beschloss die tschechische Regierung jedoch, die Kirche zu erhalten und sie um 841 Meter zu versetzen. Wir konnten uns dieses Ereignis in einem Film ansehen - sensationell.


Ab 14:00 Uhr fanden dann die Auszeichnungen und das festliche Mittagsmenü mit böhmischer Küche im Rittersaal der Burg Hněvin (Burg Landeswart) statt. Ausgezeichnet wurden 7 Ehrenamtliche durch Herrn Wagler, Vorsitzender des Regionalverbandes, und Frau Gronwaldt, Geschäftsführerin. Ich bin vor Schreck zusammengezuckt und wohl auch einen Kopf kleiner geworden als plötzlich mein Name fiel. Na ja, ich bin ja nicht so für diese Öffentlichkeit, ich glaub, wenn ich es vorher gewusst hätte wär ich sicher gar nicht mitgefahren. Aber nun war ich da, was sollt ich machen. Unter den Tisch verstecken ging ja auch nicht. Also hab ich einigermaßen gefasst meine Urkunde für Anerkennung und Würdigung ehrenamtlicher Tätigkeit in der Volkssolidarität entgegen genommen. 

Fotografisch festgehalten hat den ganzen Akt der Auszeichnung Hans-Rudolf Beckmann. Und dann passierte es, auch er wurde aufgerufen. Ich glaub, ihm ging es ähnlich wie mir. Er war genau so überrascht. Sein Kommentar: "So, wenn ich da jetzt vortreten muss habt ihr keinen Fotografen mehr!" Man sollte nicht glauben, wie schnell sich einer zur Verfügung stellte. 

Anschließend wurde aufgetafelt. "Endlich Kneedeln, die gab es in Plsen ja nicht!", dachte ich. War wirklich lecker, das Essen - nur eben etwas spät, wir hatten ganz schön Hunger.

Nach der Besichtigung des Burggeländes ging es dann auch schon wieder zum Bus und in Richtung Osek (Ossegg).

Wir ehrten gemeinsam mit Frau Eva Cenkovicová, Direktorin der Regionalen Caritas Most, unsere Dolmetscherin, Frau Brigita Janovská und dem inzwischen pensionierte Bürgermeister  am Denkmal des Grubenunglückes vom 3. Januar 1934, bei dem 142 Bergleute bei einer Kohlenstaubexplosion auf der Grube Nelson III umkamen, die verstorbenen deutschen und tschechischen Bergarbeiter. 

Anschließend traten wir die Heimfahrt an - ich war ziemlich geschafft - ein langer Tag. Gegen 21:30 Uhr waren wir dann wieder zu Hause - vollgepackt mit vielen Erlebnissen und tschechischer Geschichte.