Donnerstag, 25. April 2013

Einbrechern keine Chance

Wieder gezittert und gebangt, ob auch genügend Teilnehmer zum Vortrag kommen würden. Wir waren zufrieden. 22 Teilnehmer fanden sich zusammen, um gemeinsam dem Vortrag über sicheres Wohnen zuzuhören.

Als Referent hatten wir Herrn Naumann von der Polizeilichen Beratungsstelle der Polizeidirektion Chemnitz eingeladen.

Vorbei mit dem Irrtum Einbrecher kämen nur nachts. Wir wurden eines Besseren belehrt.

Sie kommen oft tagsüber, wenn üblicherweise niemand zu Hause ist, zu Schul-, Arbeits- und Einkaufszeit, am frühen Abend oder an den Wochenenden. Wir erfuhren, wie man mit mechanischen Sicherungseinrichtungen an Türen und Fenstern Einbrüche erschwert bzw. sogar verhindern kann.

Jedoch genau so wichtig sind solch einfache Dinge wie die Türen grundsätzlich zu verschließen, auch wenn man nur kurzzeitig die Wohnung verläßt. Auch gekippte Fenster sind eine Einladung für ungebetene Gäste.

Der Vortrag war sehr interessant und Herr Naumann hat selbst die für Frauen oftmals so unverständlichen technischen Sicherheitsfragen gut verständlich erklärt.

Zum Schluß bekamen alle Teilnehmer noch Informationsmaterial zum Thema sowie eine Broschüre mit Sicherheitstipps für Seniorinnen und Senioren.

Was haben Senioren der Volkssolidarität mit Japanern gemeinsam?


Wenn wir früher unterwegs waren, lachten wir immer über die japanischen Touristen. Es heißt ja immer, die machen ihre Sightseeingtouren im Schnelldurchlauf. Das liegt sicherlich daran, dass den Japanern nur wenig Urlaubszeit zur Verfügung steht und diese straff durchorganisiert wird, um in der begrenzten Zeit viel zu sehen. 

Wir kamen uns zum Frühlingstreffen Plzen 2013 auch etwas wie Japaner vor. Meinte eine ältere Dame zu mir: „Mir tun meine Beiiiiine weh, sooo viel zu laufen und sooo viel zu sehen!“ „Ja haben Sie sich denn das Programm vorher nicht angesehen?, frug ich. „Doch, das schon – aber ich hätte nicht gedacht, dass das so anstrengend ist.“ Na ja, überlegte ich, wir sind ja auch keine japanische Touristen sondern deutsche Senioren. Ausruhen kommt nach dem Urlaub.

Aber mal meine Reisebeschreibung von Anfang an! Gut organisiert war wieder die Anreise am 18. 04. 2013 nach Plsen. Wir hatten ja Glück, wurden am späten Vormittag mit dem Taxi nach Freiberg zum Bus gebracht. Freudige Überraschung, da standen an der Bushaltestelle auch einige Mitreisende, die wir von früheren Reisen kannten. Der Bus kam aus dem hohen Norden und war gut gefüllt. Ein angenehmes Reisen ist es schon mit Becker-Strelitz Reisen, dem Reiseklub für die Volkssolidarität. Öfter kleine Pausen zum Beine vertreten oder gewissen Bedürfnissen nachzugehen wie etwa einen Imbiss einnehmen usw.

In Plsen angekommen, waren wir angenehm überrascht vom Hotel "Primavera" . Ich hatte mich ja schon vorab im Internet informiert und war glücklich, dass das Hotel kostenlos Internetanschluss bot. Meine (Reise-)Welt war gerettet. Koffer fix ins Zimmer gestellt und erst einmal das Restaurant für’s Abendessen suchen. Über das Essen konnte man nicht meckern, es war zwar für sächsische Verhältnisse etwas ungewohnt, aber trotzdem nicht schlecht. Jedoch bin ich immer noch am überlegen, ob das nun richtige tschechische Küche war. Ich hatte da so eher an „Kneedeln“ gedacht, aber die gab es überhaupt nicht. Der Abend verlief ruhig. Koffer auspacken, Internetanschluss checken, Email’s lesen, nachsehen, was bei Facebook los ist und noch fix über WhatsApp den Kindern mitteilen, dass wir gut angekommen sind.


Freitag, 19.04.2013 – es war ein Halbtagsausflug mit Stadtbesichtigung von Plsen geplant. Da ich als Nachtmensch früh schlecht aufstehe stellte ich mir vorsichtshalber den Wecker auf 7:00 Uhr. Da kann man noch so gemütlich eine viertel Stunde im Bett dösen, dachte ich. Aber ich hatte nicht mit dem besten Ehemann der Welt gerechnet, der mich aus dem Bett stieß und meinte, ich würd immer so lange im Bad brauchen, ich soll mich mal gefälligst beeilen. Also beeilte ich mich. Wir haben es auch geschafft, vor 8:00 Uhr im Restaurant zum Frühstück zu sein. Oh je – Schlangenbildung am Frühstücksbuffet. Ich guck ihn (den besten Ehemann der Welt) an – er guckt mich an – beide schütteln wir mit dem Kopf und sind uns einig – morgen gehen wir später zum Frühstück.

Mit dem Bus fuhren wir in die Innenstadt von Plsen. Unsere Reiseleiterin führte uns zur Bartholomäus-Kathedrale mit dem höchsten Kirchturm Tschechiens, durch die Altstadt und zur zweitgrößten Synagoge Europas. Und dann – das Highlight des Tages – die Besichtigung der Pilsner Urquell Brauerei. Wir lernten u. a. etwas über die Geschichte des Pilsner Urquell Lagerbiers, seine Herstellung, erfuhren, dass derzeit 120.000 Flaschen pro Stunde abgefüllt werden. Und dann kam der krönende Abschluss – die Verkostung des unfiltirerten und nicht pasteurisierten Pilsner Urquell direkt vom Eichenholz-Lagerfass.

Auf dem Weg zum historischen Brauereikeller war es etwas feucht. Vor mir lief ein älteres Ehepaar, als plötzlich der ältere Herr ins Stolpern kam, ich geistesgegenwärtig meine Arme hinter ihm ausbreitete und ihn in selbige nahm. Seine Frau entschuldigte sich bei mir für ihn – er meinte jedoch „Das war aber nicht unangenehm!“. Na ja!

In Ermangelung eines großen Bechers für Bier haben wir uns zwei kleine einschenken lassen. Alles japanisch schnell getrunken und weiter, die nachfolgende Reisegruppe wartete schon.


Sonnabend – 20.04.2013 – Ausflug nach Pribram. Wir besuchten den heiligen Berg (Svatá Hora), der bekannteste und berühmteste Marienwallfahrtsort in Böhmen. Es handelt sich um eine typische barocke Anlage mit vier zu einem Rechteck zusammengeschlossenen Umgängen. In deren Mitte befindet sich die Marienkirche.

Seit über 330 Jahren bildet der Svatá Hora ein majestätisches Panorama über der alten Bergbaustadt Pribram, die unser nächstes Ziel war. Wir besuchten das Bergbaumuseum, wo uns die harte und gefahrvolle Arbeit der Bergleute näher gebracht wurde.




Dieser Stuhl ist kein SM-Relikt, wie man meinen könnt. Nein, es ist ein Stuhl, mit dem verletzte Bergleute gerettet wurden.

Während wir in Pribram waren, wurde am Abend erzählt, besuchten andere Reiseteilnehmer nochmals Plsen. Als Verkehrsmittel diente der Oberleitungsbus, der direkt bis in die Stadt hineinfuhr. Alles problemlos, so dachte man sich. Allerdings stellte sich die Rückfahrt problematischer dar. Da hatte doch glatt wer die Bushhaltestelle geklaut. An der Stelle, wo sie vorher war, war eine riesige Baustelle. Wie kommt man ins Hotel? Nun ja, es gab verschiedene Möglichkeiten. Ein Ehepaar wandt sich an die Policie (Polizei). „Folgen Sie mir!“ – hieß es da. Ein anderes Ehepaar wandt sich an Einheimische, die der deutschen Sprache mächtig waren – die hatten Glück, wurden mit dem PKW direkt zum Hotel gebracht. Aber eine ältere, allein reisende Dame lies sich nicht aus dem Konzept bringen. Schaute sich in aller Ruhe um und fand in einer Nebenstraße die richtige Haltestelle für den Bus zurück ins Hotel.

Irgendwann am Abend teilte mir mein Smartphone-Betreiber höflich mit, dass mein Day Pack EU verbraucht ist und ich jetzt gedrosselt surfen muss, es sei denn, ich nehme ein anderes Angebot zum ungedrosselten Surfen in Anspruch. Ok – dann eben gedrosselt – muss auch gehen.

Am Sonntag, dem 21.04.2013, wurde ein Ausflug in das böhmische Bäderdreieck geplant. Gleich zu Beginn wurden wir in die Karlsbader Kräuterlikörfabrik „Becherovka“ geführt. Ab jetzt kann sich jeder schon vorstellen, wie das endete – mit einer Verkostung. Ich habe natürlich alle 4 Sorten probiert: KV14, Cordial, Becherovka Lemond und Becherovka Original. Seltsamerweise verspürte ich gar keine Nebenwirkungen, die mich sonst immer bei Hochprozentigem befallen. Ich muss einen guten Tag gehabt haben. Am besten hat mir übrigens der Original geschmeckt.


Der anschließende Besuch der Glas- und Kristallmanufaktur „Moser“ hätte aus dem Programm gestichen werden können. Im Schnelldurchgang durch die Produktion und genau so schnell wieder aus den Verkaufsräumen heraus – die Preise waren nicht seniorengerecht. Zumindest für uns nicht.
Wir lernten noch Marienbad kennen und wurden dort mit einem Kaffeegedeck überrascht.

Am Abend erwartete uns das Brauereirestaurant „Na Spilce“ mit böhmischen Traditionen. Es gab böhmische Blasmusik. Hurvinek und Spejbl führten tiefschürfende Diskussionen, die für Lachsalven sorgten. Aber es gab wieder keine Kneedel.



Am letzten Tag unseres Aufenthaltes, 22.04.2013, lernten wir das Ende des 18. Jahrhunderts erbaute Schloss Kozel (zu deutsch Waldschloss), eines der meist besuchten Schlösser Westböhmens, kennen. Die Innendekoration war sehr interessant. Sie stammte vom Prager Maler und Dekorateur Antonin Tuvora. Er schmückte die meisten Räume mit der Al secco-Technik aus. Dabei wird die Malerei auf den trockenen und nicht wie bei al fresco auf den noch feuchten Putz aufgebracht.


Anschließend besichtigten wir die Sektkellerei Bohemia – wieder mit Verkostung, war ja klar.

Am Abend fand die Abschlussveranstaltung zum Frühlingstreffen mit Tanzmusik im Hotel statt.

Dienstag, 23.04.2013, Abfahrt nach Hause. Fröhliches Winken von und zu den VIP’s der Reise – Herrn Leu, Geschäftsführer Becker-Strelitz Reisen mit Gattin und Herrn Dr. Frank-Michael Pietzsch, Vizepräsident des Bundesvorstandes der Volkssolidarität und Vorsitzender der Volkssolidarität Landesverband Thüringen e.V. mit Gattin.

Danke an Marcel Walther und Busfahrer Klaus von Becker-Strelitz-Reisen und die beiden Reisebegleiterinnen Regina Hartmann und Annemarie Linse für die Betreuung während des Frühlingstreffens. Wir fahren gern mit euch.

Freitag, 12. April 2013

Leb wohl, liebe Roswitha!

Wir haben heute, am 12. April 2013, Roswitha Meyer die letzte Ehre erwiesen. Mir ist schwer ums Herz und es fällt mir nicht leicht, das hier zu schreiben.

Roswitha Meyer, geboren am 27.09.1950 - gestorben am 31.03.2013 - nein, das hast Du nicht verdient, so früh aus dem Leben zu scheiden.

Du warst mit Freude dabei, als es darum ging, unsere Volkssolidarität Ortsgruppe neu zu gründen. Hast dich gemeinsam mit Deinem Mann Peter jederzeit für unsere Belange ins Zeug geworfen, damit unser Vereinsleben interessant sein konnte. Gemeinsam mit den anderen Gründungsmitgliedern haben wir viel erreicht. Ich denke gern noch an so manche Episode zurück, wo wir gemeinsam um Teilnehmer gezittert, über lustige Begebenheiten gelacht aber auch dort wo es nötig war, geholfen haben.

Weißt du noch, Roswitha, als wir die Weihnachtsfeier mit Franziska Fischer hatten? Bis zur letzten Stunde haben wir gezittert, ob Franziska auch kommt. "Marina", hast du gesagt, "die Blamage, wenn die  Franziska nicht erscheint! Der Saal ist voll, die Leute voller Erwartung! Mir ist ganz schlecht - ich glaub, ich geh nach Hause.". Ich darauf: "Roswitha, Franzi hat zugesagt über EMail, sie wird da sein!". "Ich versteh nicht, wie du dabei so ruhig bleiben kannst!", meintest Du. Und Franzi war da - ich hörte richtig, wie bei dir die Steine vom Herz auf den Boden rumpelten. 

Um unsere Seniorenweihnachtsfeiern zu organisieren sind regelmäßig Spendengelder erforderlich. Wir sind halt nur eine kleine Ortsgruppe, das gibt es keine finanziellen Rücklagen, die das stemmen können. Du warst immer mit an erster Stelle, wenn es darum ging, dafür Spenden zu sammeln.

Roswitha, wir hatten immer gehofft, dein Gesundheitszustand könnte sich bessern. Du bist von einem Arzt zum anderen - aber keiner konnte dir so richtig helfen. Bis dann, als man dich zur Kur schickte, die tödliche Diagnose ALS gestellt wurde. Anfangs konnten wir uns noch einigermaßen verständigen - ich konnte dir von den Lippen ablesen, was du meintest. Doch die Krankheit schritt so schnell voran, dass auch das später nicht mehr möglich war. Dein Peter hat sich liebevoll um dich gekümmert - dem zolle ich hohen Respekt. Wir haben uns alle gewünscht, dass es sich zum Guten wendet. Aber dem sollte nicht sein.

Roswitha, ich möchte Dir noch mit auf deine letzte Reise geben, dass wir alle Dich in guter Erinnerung behalten werden. Wir wünschen Dir, dass du nun, befreit von Deinem Leid, in Frieden ruhen kannst. Meine Enkel haben immer zum Himmel zu den Wolken geschaut und gefragt, auf welcher Wolke Opa Herbert und Oma Lia sitzen und uns zuschauen. Vielleicht sitzt du ja jetzt auch da oben mit und wachst über deine Lieben und schaust, was wir hier so treiben - vielleicht ......